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Dr. Gerhard Raff

Erster Preisträger ist der seit nunmehr vierzig Jahren als schwäbischer Kolumnist der „Stuttgarter Zeitung“ tätige Schriftsteller Dr. Gerhard Raff aus Degerloch, der mit seinem 1985 bei der Deutschen Verlagsanstalt erschienenen Klassiker „Herr, schmeiß Hirn ra!“ (25. Aufl. 2013) der „meistgelesene Dialektautor der Gegenwart“ geworden ist. Mit ihm wird ein Mund-Artist ausgezeichnet, der sich nicht nur in herausragender Weise um die schwäbische Sprache verdient gemacht hat, sondern auch als populärer „Praeceptor Sueviae“ die südwestdeutsche Kultur- und Landesgeschichte breiten Schichten in höchst origineller Weise nahe zu bringen vermag.
Geehrt wird Dr. Gerhard Raff zudem als „Multimillionenstifter mit Minimaleinkommen“, der mit seiner „frechen, aber segensreichen  Gosch und Feder“ im Lauf der Jahrzehnte Tausende von kulturellen, sozialen und ökologischen Projekten in Württemberg und der ganzen Welt unterstützt hat und weiter fördert.
Bei einem feierlichen Festakt am 25. Oktober 2013 in der Andreaskirche von Stuttgart-Uhlbach überreichte der Vorsitzende des Vereins "schwäbische mund.art e.V.", Dr. Wolfgang Wulz, den neu geschaffenen "Sebastian Blau Ehrenpreis für herausragende Verdienste um die schwäbische Mundart".
Zuvor hatte der Freiburger Ordinarius für Volkskunde, Prof. Dr. Werner Mezger, in einer auf Schwäbisch vorgetragenen Laudatio voller Witz und Geist das Lebenswerk des Degerlocher Dialektautors gewürdigt. Gerhard Raff habe in seiner 40-jährigen Tätigkeit als Kolumnist der Stuttgarter Zeitung, als bedeutender Landeshistoriker und als beispielloser Benefizredner die schwäbische Mundart  wie kein anderer in der Tradition seiner Ziehväter Thaddäus Troll und Sebastian Blau als „elaborierten sprachlichen Code“ einer breiten Öffentlichkeit vermittelt und maßgeblich dazu beigetragen, dass sich viele blitzgescheite Schwaben seiner Generation ermutigt fühlen, sich zur Mundart bekennen.
Gerhard Raff überraschte zunächst in seiner Preisträgerrede die 300 anwesenden Leser, Fans und Stauferfreunde mit der bußfertigen Entschuldigung für seine just im Moment der Preisverleihung begangene Sünde, erstmalig auch seine schriftdeutschen Kolumnen unter dem Titel „Gerhard Raff kann auch Hochdeutsch“ als Buch zu veröffentlichen. Lebendig schilderte er dann seine Begegnungen mit dem Patron des Ehrenpreises, Prof. Dr. Josef Eberle alias Sebastian Blau, der damals Raffs im Bestseller "Herr schmeiß Hirn ra"  enthaltenen "schwäbischen Geschichten" als "kongeniales Gegenstück zu meinen schwäbischen Gedichten" gelobt hatte.
Mit der Toccata, dem Adagio und der Fuge (BW 564) von Johann Sebastian Bach sorgte die Erdinger Kantorin Carmen Jauch für das ernste und würdige musikalische Glanzlicht der Verleihungsfeier. Ihr  genialisches Vorspiel  zur gemeinsam und im Stehen intonierten Württemberger Hymne trug mit dazu bei, dass der Festakt allen Anwesenden als  „schwäbische Sternstunde“ im Gedächtnis bleiben wird.
Der anschließende Ständerling beim Collegium Wirtemberg im Gewölbekeller der Uhlbacher Kelter stand im Zeichen vieler Gespräche der versammelten Schwabenkenner. Gerhard Raff signierte derweil massenhaft seine Bücher zugunsten des Projekts "Mundart in der Schule".
Der Sebastian Blau Ehrenpreis wurde 2013 von der Stiftung der wgv-Württembergische Gemeindeversicherung und von privaten Spenderinnen und Spendern finanziell unterstützt.

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